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Geschäftsbericht 20142015

InCore Bank Geschäftsbericht 2014

Geschäftsentwicklung

Im vergangenen Geschäftsjahr konnte die InCore Bank AG erneut wesentliche Fortschritte im Hinblick auf die Wiederherstellung eines nachhaltig ausgeglichenen finanziellen Ergebnisses machen. Der Zinserfolg betrug 2014 aufgrund des nochmals tieferen Zinsniveaus nur noch CHF 0.03 Millionen, was einem weiteren Rückgang von 61 % gegenüber dem ebenfalls schon sehr tiefen Vorjahreswert entspricht. Aufgrund der Einstellung des Eigenhandels resultierte der Handelserfolg nur noch aus dem Devisengeschäft und reduzierte sich deshalb um 10 % auf CHF 1.2 Millionen. Der Kommissionsertrag aus dem Wertschriften und Anlagegeschäft war mit CHF 9.5 Millionen im Berichtsjahr um 6 % tiefer als im Vorjahr.  Derjenige aus dem Insourcing-Kerngeschäft nahm aufgrund des im Sommer 2013 erfolgten Abgangs eines nicht direkt in das Zielkundensegment passenden Kunden im Vorjahresvergleich um 28 % ab und belief sich auf CHF 10.5 Millionen. Aufgrund des Wegfalls einer im Jahr 2013 einmalig ausbezahlten Sonderdividende aus einer Beteiligung reduzierte sich der übrige ordentliche Erfolg um 38 % auf CHF 4.4 Millionen. Dank ortgeführter konsequenter Anstrengungen zurErhöhung der betrieblichen Effizienz – deren finanzielleAuswirkungen im Jahre 2014 noch nicht voll zum Tragen gekommen sind – konnte der Geschäftsaufwand 2014 gegenüber dem Vorjahreswert um 16 % auf CHF 23.9 Millionen verringert werden. Die Bank konnte im vergangenen Geschäftsjahr eine Versicherungsdeckung für die Schäden, welche im Zusammenhang mit der im Vorjahr rapportierten Untersuchung des Regulators entstanden sind, in Anspruch nehmen. Der Verkauf von Finanzbeteiligungen sowie die Auflösung nicht mehr  benötigter Rückstellungen führten zu weiteren ausserordentlichen Erträgen. Insgesamt konnte somit ein ausserordentlicher Ertrag von CHF 5.9 Millionen verbucht werden. Die gegenüber dem Vorjahr eingetretene Reduktion der Abschreibungen auf dem Anlagevermögen in Höhe von 48% ist auf die bereits im letzten Geschäftsbericht rapportierten einmaligen Zusatzabschreibungen im Zusammenhang mit der Änderung der  Bilanzierungsgrundsätze zurückzuführen. Die Bank schloss das Geschäftsjahr mit einem kleinen Gewinn in Höhe von CHF 0.04 Millionen ab. Aufgrund der weiteren Bemühungen zur kontinuierlichen Effizienzsteigerung sieht das Budget 2015 einen positiven Cash Flow vor. Der nachhaltige Break-Even auf Stufe Reingewinn soll gemäss Mittelfristplanung im Geschäftsjahr 2016 erreicht werden.

Der Durchbruch im Schweizer Private Banking-Geschäft ist noch nicht geschafft

Trotz der expansiveren Geldpolitik der Zentralbanken hat sich das Vertrauen der Anleger in die wirtschaftliche Entwicklung Europas und in deren Anlagemärkte auch im Jahr 2014 nicht wesentlich verbessert. Im Gefolge der Ukraine-Krise und im Zusammenhang mit der abnehmenden wirtschaftlichen Dynamik in den BRIC Staaten sind erste Anzeichen einer rückläufigen Weltkonjunktur aufgetaucht. Die wider Erwarten schleppend verlaufenden Verhandlungen der im US Tax Programm involvierten Schweizer Privatbanken mit den amerikanischen Behörden haben erstere weiterhin stark von der Wahrnehmung ihrer Primäraufgabe, der Erschliessung neuer bzw. intensiveren Bearbeitung bestehender Zielmärkte, abgehalten. Die Ertragslage bei vielen Schweizer Privatbanken hat sich daher im vergangenen Jahr erneut nicht wesentlich verbessert. Die unvermindert anhaltende Regulierungswelle führte auch im vergangenen Jahr zu signifikanten Kosten. Stagnierende Erträge und steigende Kosten liessen den Druck auf die Gewinnmargen im Private Banking-Geschäft insgesamt nicht zurückgehen.

Fortsetzung der strategischen Neuausrichtung

Die im Vorjahr eingeleitete strategische Neuausrichtung der Bank wurde im Berichtsjahr fortgesetzt. In ihrem Kerngeschäft, dem Full Outsourcing bzw. Business Process Outsourcing für kleinere und mittlere Privatbanken in der Schweiz und in Liechtenstein, hat die InCore Bank AG im Jahr 2014 Massnahmen ergriffen, um ihr Angebot mittels einer Dual-Plattform-Strategie noch attraktiver zu gestalten. Dadurch, dass die InCore Bank AG die Verarbeitung der Bankgeschäfte ihrer Kunden nicht nur auf der Finnova-Plattform, sondern neu gleichzeitig auch auf der Private Banking-Plattform Ambit von SunGard anbietet, können die bei einem Outsourcing einmalig anfallenden Daten-Migrationsaufwände, Projektkosten und Projektlaufzeiten reduziert werden. Beide Aspekte sind gerade für die aus dem Zielsegment der InCore Bank AG stammenden kleineren und mittleren Privatbanken von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Selbstverständlich kann die InCore Bank AG auf beiden Plattformen neben der reinen Transaktionsabwicklung weiterhin auch das Global Custody, das Global Correspondent Banking sowie das Brokerage aus einer Hand («One-Stop-Shopping») anbieten und damit den outsourcenden Privatbanken die Möglichkeit verschaffen, sich auf ihre wertschöpfenden Aktivitäten in der Kundenbetreuung, Vermögensstrukturierung und -verwaltung sowie bei der Erbringung weiterer Spezialdienstleistungen zu konzentrieren.

Mit dem Ziel der kontinuierlichen Optimierung ihrer eigenen Wertschöpfungskette hat die InCore Bank AG darüber hinaus im vergangenen Geschäftsjahr ihr internationales Netzwerk für die Wertschriftenaufbewahrung deutlich gestrafft.

Gute Chancen und Aussichten im Kerngeschäft

Der im Schweizer Private Banking-Geschäft seit einiger Zeit erkennbare Trend zur Reduktion der Fertigungstiefe mittels Outsourcing hat sich im Berichtsjahr deutlich intensiviert. Zahlreiche Banken, welche in der Vergangenheit mit der Lösung anderer Aufgaben beschäftigt waren, haben angesichts der sich verschärfenden Konkurrenz im Private Banking mit in- und ausländischen Kunden die Notwendigkeit erkannt, sich mit dem Thema Outsourcing intensiver zu befassen. Die sich daraus ergebende Opportunität will die InCore Bank AG mit ihrer klar fokussierten  Geschäftsstrategie nutzen. Deshalb hat sie im 4. Quartal einen Prozess initialisiert, mit Hilfe dessen sie ihren Marktauftritt an die neue strategische Ausgangslage anpassen und ihre Akquisitionsbemühungen im Zielsegment deutlich intensivieren will. Die Eigentümer der Bank, der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung sind fest entschlossen, die sich bietenden Marktchancen konsequent zu nutzen. Die Forcierung der Marketing- und Verkaufsaktivitäten wird deshalb im Jahr 2015 einen zentralen strategischen Schwerpunkt darstellen.

Reto Himmel, Präsident des Verwaltungsrates

Roland Eilinger, Vorsitzender der Geschäftsleitung